Mitschnitt der Podiumsdiskussion "Urknall und Schöpfung" in Großkarolinenfeld

Urknall und Schöpfung
Bildrechte Maximilian v. Seckendorff

Großkarolinenfeld, 04.02.2026 Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Karolinenkirche, als Regionalbischof Thomas Prieto Peral gemeinsam mit Prof. Dr. Bruno Leibundgut und Prof. Dr. Thomas Hamacher der Frage nachging, wie Urknall und Schöpfung zusammenpassen können. 

Die ökumenische Veranstaltung wurde per Video aufgezeichnet und ist über den YouTube-Kanal „Servus Segen“ abrufbar.

In einem Eingangsimpuls veranschaulichte der Astrophysiker Prof. Leibundgut (TUM) die Dimensionen des Universums. Würde man die 13,8 Milliarden Jahre dessen Entstehung auf ein Jahr projizieren, erschienen die Dinosaurier am 24. Dezember. Und der erste Mensch erst sechs Minuten vor Mitternacht an Silvester. „Wir sind ein ganz kleiner Teil des Universums“, so Leibundgut.

Daraufhin stellte Regionalbischof Prieto Peral die Frage, wie der Mensch auf diesem kleinen Planeten Sinn finden kann. Aus religiöser Sicht gebe das anthropische Prinzip eine steile Antwort: Die Welt sei darauf ausgerichtet, Leben hervorzubringen, das sich selbst, den Geist des Universums, erkennt. Religion blicke vom Menschen auf die Welt, um zu sagen: „Du, bist gewollt, du bist in diesem eiskalten Universum getragen.“  

Prof. Hamacher unterschied: Eine Welt, die nicht geschöpft ist, sei eine absurde Welt.  Als Schöpfung aber sei sie ein Geschenk Gottes. Dass Gott den Menschen geschaffen habe, ermögliche diesem auch, die Welt zu verstehen und mithilfe von Naturwissenschaft und Technik als gute Welt zu gestalten. Theologie dürfe sich dabei nicht auf ökologische Fragen beschränken, sondern müsse die Technik umgreifen und die Potentiale nutzen, damit der Mensch ind er Welt gut leben kann. 

In der Diskussion wurde deutlich: Während der Urknall als Anfang einer Geschichte verstanden werden könne, sei Schöpfung ein fortdauernder Prozess, den wir weiter mitgestalten. Prieto Peral betonte, dass aus theologischer Sicht Christus alles durch Liebe geschaffen und so das göttliche Prinzip der Liebe als Grund alles Geschaffenen offenbart habe. 

Zum Abschluss verwies Prof. Hamacher auf die Schönheit der Schöpfung, die sich in naturwissenschaftlicher Forschung entdecken lasse. Prieto Peral schloss mit dem Bild vom Glauben als „Stoßdämpfer gegen das eiskalte Universum“.